• Winteraktivitäten

Vorbereitungen eines Freeriders

Datum

Mein Name ist Øystein Aasheim. Ich bin ein 27-jähriger Skifahrer aus Norwegen und verbringe diesen Winter in Verbier. Ich nehme an verschiedenen FWQ-Wettkämpfen in Europa teil und möchte Ihnen gerne zeigen, wie ich mich auf eine Wettkampfsaison und auf die einzelnen Wettkämpfe selbst vorbereite.

Einführung

Øystein Aasheim in Verbier

Ich versuche, das ganze Jahr über aktiv zu bleiben. Ich liebe es, Mountainbike zu fahren, ich spiele Fussball, wenn gerade Saison ist, und im Sommer arbeite ich als Schreiner in Norwegen, bin also jeden Tag körperlich aktiv. Im August fange ich normalerweise an, mich gezielt auf das Skifahren vorzubereiten, und stelle ein Trainingsprogramm auf, das bis Weihnachten dauert. Nach Weihnachten ist das Skifahren meine Haupttrainingsaktivität.

Training

Mischung aus Ausdauer-, Core- und Krafttraining


Das Trainingsprogramm besteht aus einer Kombination von Ausdauer-, Core-, Kraft- und Koordinationsübungen, die ab August bis Weihnachten schrittweise gesteigert werden. Ich bin kein Experte, wenn es um Training und Körperbau geht, und versuche deshalb, mir bei der Zusammenstellung meines Trainingsprogramms Hilfe zu holen. Dieses Jahr wurde ich zum Beispiel von meinem Physiotherapeuten und einem ehemaligen Wettkampftrainer für alpinen Skisport unterstützt. Ich finde es einfacher zu trainieren, wenn ich weiss, wie ich die Übungen richtig ausführe und wieso. Gemeinsam erstellen wir ein Programm, das sowohl wirksam ist als auch Spass macht!

Hier ein Beispiel dafür, wie eine Trainingswoche in der Vorsaison für mich aussieht: zwei Intervallläufe, normalerweise etwa 1 Stunde. Zwei Krafttrainingseinheiten, hauptsächlich für die Beine und Oberschenkel, etwa 1-2 Stunden. Zwischen den einzelnen Sätzen mache ich auch Core-Training und Koordinationsübungen. Die Wochenenden halte ich mir frei, um das zu tun, worauf ich Lust habe. Das können 10-20 km Mountainbiken am Samstag und Sonntag sein, oder ein Fussballspiel an einem Tag und Radfahren am anderen. Oder ich mache noch eine Krafteinheit und eine weitere Laufeinheit. Es ist wichtig, dass ich flexibel bleibe, damit ich auch weiterhin Spass habe! Ausserdem mache ich jeden Tag 30 Minuten Core-Training.

Wettkampfzeit

Wahl der Fahrline

Die Wahl einer Fahrlinie für den Wettkampftag ist vielleicht der schwierigste Teil, denn es gibt so viele Dinge zu berücksichtigen. Generell versuche ich, eine Linie zu finden, die sowohl mir als auch den Punkterichtern Spass macht. Eine Strecke, die mich an die Grenzen bringt und ein bisschen ausserhalb meiner Komfortzone liegt. Aber nicht so sehr, dass ich mich unsicher fühle. Bei einem Freeride-Wettbewerb steht die Sicherheit an erster Stelle. Das Wettbewerbsgelände wird in den Wochen und Tagen vor dem Wettbewerb untersucht, damit die Fahrer so viele Informationen über die Schneedecke haben wie möglich. Ausserdem findet immer mindestens einen Tag vor dem Wettbewerb eine Besichtigung des Geländes statt, bei der die Fahrer die Möglichkeit haben, das Gelände zu inspizieren und ihre Fahrlinie zu finden. Vor dem Wettbewerb dürfen wir auf keinen Fall ins Gelände, das heisst, jeder hat nur einen Versuch, seine Linie zu finden.

Sehen Sie sich unten das Video meiner Linie beim Nendaz Freeride an, wo ich den 3. Platz belegte.

Verbier 4Vallées

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Wettkampf

Fazit

Wie ich schon sagte, gibt es bei der Wahl der Fahrlinie eine Menge Dinge zu berücksichtigen. Eine Linie kann aufgrund der Schneeverhältnisse oder schlechter Sicht unmöglich sein; manchmal ändert sich das Wetter im Laufe des Tages. Wenn du an der Reihe bist, kann es sein, dass es auf der Linie, die du dir ausgesucht hast, bereits viele Fahrrillen gibt. Es kann sein, dass unter dem Schnee Felsen versteckt sind, die man bei der Sichtkontrolle nicht entdecken kann. Manchmal erkennt man eine vielversprechende Fahrlinie auf Anhieb, und manchmal studiert man den Hang stundenlang, ohne eine Linie zusammenstellen zu können. Und manchmal, oder ich glaube, meistens, findet man zwei oder drei verschiedene Möglichkeiten und verbringt viel Zeit damit, darüber nachzudenken, welche man fahren soll.

All diese Dinge machen einen Freeride-Wettbewerb aus. Die unterschiedlichen Schneeverhältnisse, die verschiedenen Hänge, die unterschiedlichen Herangehensweisen und all die verschiedenen Fahrlinien, mit denen man die Fahrer den Hang hinunterkommen sieht. Wenn man dann noch die Tatsache hinzufügt, dass alle Teilnehmer ihre Strecke zum ersten Mal fahren und alle gut abschneiden wollen, dann bekommt man eine Show, die man nicht verpassen sollte!